Vier Strategien gegen die Gesundheitsrisiken des Pendelns
Laut dem Statistischen Bundesamt pendeln in Deutschland etwa 20 Millionen Menschen zur Arbeit. Für die tägliche Fahrt nutzen die meisten das Auto und benötigen im Schnitt etwa 30 min. Berufspendeln ist für viele Menschen Alltag – doch die Auswirkungen von regelmäßigen, langen Fahrten betreffen nicht nur die verlorene Zeit, sondern auch die Gesundheit. Dr. med. Steffen Häfner, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Ärztlicher Direktor der Klinik am schönen Moos, erklärt, wie Pendeln den Körper und die Psyche beeinflusst und welche Strategien helfen, die negativen Effekte zu minimieren.
Gesundheitliche Auswirkungen
Das Pendeln über weite Strecken stellt für viele Menschen einen erheblichen Stressfaktor dar. Besonders Pendler, die täglich mehr als 45 min. oder 50 km pro Strecke zurücklegen, sind häufig von physischen und psychischen Belastungen betroffen. „Das ständige Sitzen, der Zeitdruck und die Unvorhersehbarkeit des Verkehrs erhöhen die psychische Belastung und können langfristig die Gesundheit beeinträchtigen“, erklärt Dr. Häfner. Doch nicht nur die Psyche leidet unter langen Pendelzeiten – auch der Körper bekommt die Folgen zu spüren. „Viele Pendler klagen über Rückenschmerzen, Nackenverspannungen oder Kopfschmerzen“, so Dr. Häfner. Diese Beschwerden entstehen oft durch eine ungesunde Haltung während der Fahrt. Der Mangel an Bewegung aufgrund des langen Sitzens steigert zudem das Risiko für Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Auch Schlafstörungen sind keine Seltenheit, da Pendler durch die langen Arbeitswege oft weniger Schlaf bekommen, was mit Müdigkeit und Konzentrationsstörungen einhergeht“, weiß der Facharzt.
Strategien zur Prävention
Dr. Häfner empfiehlt vier Strategien, die Pendler dabei unterstützen können, gesund zu bleiben:
Entspannungstechniken integrieren: „Pendler können die Zeit im Verkehr oder in öffentlichen Verkehrsmitteln nutzen, um Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation anzuwenden. Diese tragen dazu bei, den Stress abzubauen und das persönliche Gleichgewicht zu stärken. Auch das Hören von entspannender Musik oder Hörbüchern kann den Arbeitsweg angenehmer machen.“
Pendelzeit sinnvoll nutzen: „Die Pendelzeit lässt sich sowohl produktiv als auch erholsam gestalten. Lesen, das Hören von Podcasts oder kleine kreative Tätigkeiten wie Handarbeiten regen den Geist an und bieten eine willkommene Auszeit vom Arbeitsalltag.“
Regelmäßige Gesundheitsvorsorge nicht vernachlässigen: „Pendler neigen dazu, Vorsorgeuntersuchungen wegen Zeitmangels zu verschieben. Doch die regelmäßige Teilnahme an präventiven Programmen ist wichtig, um langfristige gesundheitliche Probleme zu vermeiden.“
Flexible Arbeitsmodelle in Betracht ziehen: „Flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice-Optionen können Pendelzeiten erheblich reduzieren und den Stress verringern. Wer die Rushhour vermeidet oder die Arbeitszeit anpasst, spart nicht nur Zeit, sondern fördert auch das persönliche Wohlbefinden. In einigen Fällen können Fahrgemeinschaften eine gute Möglichkeit sein, den Pendelalltag zu erleichtern und gleichzeitig die Umwelt zu schonen.“
Weitere Informationen unter www.klinik-a-s-moos.de
(Bad Saulgau, Februar 2025)
