Künstliche Intelligenz statt Google? Warum das für Rechtsfragen sogar sinnvoll sein kann

Wer heute ein rechtliches Problem hat, sucht häufig zuerst im Internet. Das ist verständlich. Man möchte sich orientieren, wissen, worum es geht, und vielleicht auch ein Gefühl dafür bekommen, ob sich anwaltliche Beratung überhaupt lohnt.

Nach unserer Erfahrung ist dabei aber eine einfache Google-Suche oft problematischer, als viele denken.

Im Internet finden sich unzählige Forenbeiträge, Erfahrungsberichte und gut gemeinte Ratschläge. Das Problem: Rechtliche Fragen hängen fast immer vom Einzelfall ab. Was bei einer anderen Person richtig war, kann im eigenen Fall völlig falsch sein. Noch schwieriger wird es, wenn juristische Laien ihre persönlichen Erfahrungen rechtlich einordnen. Dann klingt vieles überzeugend, ist aber oft schlicht falsch.

Die Nutzung von künstlicher Intelligenz kann hier durchaus hilfreicher sein. Eine gut gestellte Frage an eine KI kann dabei helfen, ein Problem zu sortieren, Begriffe zu verstehen oder erste Fragen für ein Beratungsgespräch vorzubereiten. Wir finden es daher keineswegs seltsam, wenn Mandantinnen und Mandanten bereits mit Hilfe von KI versucht haben, ihr Anliegen vorzubereiten. Im Gegenteil: Oft ist das besser, als wenn zunächst viele falsche Internetinformationen von uns wieder ausgeräumt werden müssen.

Trotzdem gilt: KI ersetzt keine anwaltliche Beratung. Auch KI kann irren, wichtige Details übersehen oder rechtliche Entwicklungen nicht richtig einordnen. Besonders gefährlich wird es, wenn aus einer allgemeinen Antwort bereits konkrete Entscheidungen abgeleitet werden – etwa Fristen versäumt, Verträge unterschrieben oder Ansprüche nicht geltend gemacht werden.

Unser Rat lautet daher: Nutzen Sie KI gern zur Vorbereitung. Notieren Sie Fragen, lassen Sie sich Begriffe erklären und bringen Sie die Ergebnisse mit in die Beratung. Die rechtliche Bewertung, die Strategie und die Verfahrensführung gehören aber weiterhin in fachkundige Hände.

Weitere Rechtstipps unter www.fachanwaelte.de.